PROJEKT 1135 - Fernmeldeaufklärung der Bundesmarine, Marinefernmeldesektor 73

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KRIVAK-KLASSE



Projekt 1135, KRIVAK-KLASSE, war eine Klasse von Fregatten, die in der Sowjetunion für die sowjetische Marine entwickelt wurde. Der Schiffstyp wurde als TALWAR-KLASSE auch nach Indien exportiert und befindet sich seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion weiterhin im Dienst der russischen- und ukrainischen Marine. Das Projekt KRIVAK-KLASSE wurde zwischen 1964 und 1966 auf Basis der U-Jagd-Kreuzer der Projekte 1134 KRESTA I-KLASSE und 1134 A KRESTA II-KLASSE entwickelt. Projekt 1135 KRIVAK-KLASSE war jedoch stärker auf die Jagd auf U-Boote ausgerichtet und man verzichtete auf die schwere Bewaffnung zum Kampf gegen Überwasserschiffe und Flugzeuge in großen Entfernungen, die von den Kreuzern des Projekts 1134 KRESTA-KLASSE getragen wurden. Die Schiffe des Projekts 1135 KRIVAK-KLASSE waren mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 32 Knoten sowohl zum Begleiten langsamer Konvois als auch zum Absichern schneller Flottenverbände konstruiert. Das Fehlen eines Hubschraubers in der ursprünglichen Version schränkte ihren Radius bei der Suche nach gegnerischen U-Booten ein, so dass sie auf Suchoperationen in Gruppen oder Paaren angewiesen waren, um ihre Langstreckenwaffen UPRK-3 (SS-N-14) überhaupt einsetzen zu können. Die eingeschränkten Möglichkeiten der Schiffe erlaubten eine geringe Wasserverdrängung und kleine Abmessungen und folglich den Bau auf kleinen Werften, was die Werftkapazitäten der Marine deutlich entlastete. Der Antrieb besteht aus einem COGAG-System (Combined gas and gas), wobei jeweils eine M8K-Gasturbine eine Welle mit 36.000 PS antreibt. Wenn notwendig, kann noch jeweils eine zweite Turbine vom Typ M62 die Leistung um 12.000 PS erhöhen. Die Geschwindigkeit der Schiffe liegt bei maximal 32 Knoten. Die Bewaffnung der KRIVAK-KLASSE war recht auffällig. Auf dem Vordeck wurde ein massiver rechteckiger Starter mit vier nebeneinanderliegenden Startrohren für UPRK-3-(SS-N-14)-Raketen zur Bekämpfung von U-Booten aufgestellt. Dahinter, noch vor den Aufbauten, und am Heck befand sich je ein einziehbarer SAM-Doppel-Starter für die OSA-(SA-N-4)-Rakete mit einem Magazin für 40 Lenkwaffen. Zusätzlich besaßen die Schiffe zwei Vierfach-Torpedorohre sowie zwei Zwölffach-ASW-Raketen des Systems RBU-6000. Am Heck befanden sich zwei Marine-Geschütze, entweder 76 mm auf den KRIVAK I-KLASSE oder 100 mm auf den KRIVAK II-KLASSE. Die UPRK-3-(SS-N-14)-Lenkwaffen wurden später auf einigen Schiffen durch die 85RU, eine modernisierte Version der Waffe, ersetzt, die neben U-Booten auch gegen Schiffe an der Oberfläche eingesetzt werden konnte. Projekt 1135 KRIVAK-KLASSE wurde zur Suche nach Luft- und Oberflächenkontakten mit einem MR-755-Fregat-M-Radar (NATO: Half Plate) ausgerüstet, das auf der Spitze des Hauptmastes positioniert wurde und eine Reichweite von etwa 150 km besitzt. Zur Suche nach Unterwasserkontakten wurde ein Sonarsystem, bestehend aus einem Niederfrequenz-Sonargerät MG-332 Titan-2 (NATO: "Bull Nose") im Wulstbug und einem Schleppsonargerät MG-325 (NATO: "Mare Tail") eingebaut. Die OSA-Flugabwehrraketen werden, wie auf vielen Kriegsschiffen sowjetischen Ursprungs, über ein MPZ-301-Radar (NATO: "Pop Group") gelenkt. Einer dieser Radarsensoren ist auf dem Dach der Brücke und ein weiterer mittschiffs auf dem Aufbau hinter dem Schornstein aufgestellt. Derzeit stehen noch vier KRIVAK I-KLASSE und KRIVAK II-KLASSE und drei KRIVAK III-KLASSE im Dienst der russischen Marine. Der Entwurf KRIVAK IV-KLASSE auch als TALWAR-KLASSE gennant, wurde zunächst nur für den Export angeboten. Insgesamt sollen die Kriwaks in Zukunft durch Korvetten der STEREGUSHCHY-KLASSE und Fregatten der ADMIRAL SERGEY GORSHKOV-KLASSE ersetzt werden. Überraschend erklärte aber der Oberbefehlshaber der russischen Seestreitkräfte, Admiral Wladimir Wyssozki, am 25. September 2010, dass bei der Schiffswerft "Jantar" in Kaliningrad drei Fregatten des Projekts 1135 TALWAR-KLASSE für die Schwarzmeerflotte bestellt wurden. Bis 2015 soll sie mindestens fünf Schiffe diesen Typs erhalten. Entsprechend dieser Bestellung fand bei "Jantar" am 18. Dezember 2010 die Kiellegung der "ADMIRAL GRIGOROVICH" statt, die im Jahr 2014 an die Flotte übergeben werden soll. Am 8. Juli 2011 wurde die "ADMIRAL ESSEN", benannt nach dem russischen Admiral Nikolai Essen, auf Kiel gelegt. Die Kiellegung des dritten Schiffes der Serie, der "ADMIRAL MAKAROV", benannt nach dem russischen Admiral Stepan Makarow, fand am 29. Februar 2012 statt. Eine vierte Einheit mit dem Namen "ADMIRAL KORNILOV" ist im Bau.

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