PROJEKT 50M - Fernmeldeaufklärung der Bundesmarine, Marinefernmeldesektor 73

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KILDIN-KLASSE



Projekt 56M, von der NATO als KILDIN-KLASSE bezeichnet, war eine Gruppe von Zerstörern der sowjetischen Marine im Kalten Krieg, bei der es sich um Umbauten des Projekts 56 KOTLIN-KLASSE zu Trägerplattformen für Marschflugkörper handelte. Die Schiffe des Projekts 56 KOTLIN-KLASSE waren noch klassische Zerstörermodelle mit Geschütz- und Torpedobewaffnung, ähnlich den Schiffen, die von allen größeren Nationen im Zweiten Weltkrieg eingesetzt worden waren. Obwohl ab 1956 gebaut, trug die Klasse weder Flugabwehrraketen noch Seeziel-, beziehungsweise Marschflugkörper und kam damit, so der Marineautor Juri Apalkow, rund zehn Jahre zu spät. Mit dem Aufkommen von Marschflugkörpern auf Kriegsschiffen entschied sich die Marineführung dafür, als einzigen verfügbaren Flugkörper dieser Klasse den erst kurz zuvor entwickelten KSShch, auf den Schiffen zu montieren. Die Waffe war eigentlich entwickelt worden, um damit von Land aus Seeziele anzugreifen und mit mehr als drei Tonnen Gewicht entsprechend schwer. Ihre Länge von 7,6 Metern und die Notwendigkeit sie vor dem Einsatz mit Flüssigtreibstoff zu betanken, erschwerten den Einbau auf den kleinen Zerstörern weiter. Man beschloss, den drehbaren gepanzerten Aufbau, in dem der Flugkörper auf seinen Start wartete, auf das Achterschiff der Zerstörer zu setzen, die schweren Geschütztürme vollständig zu entfernen und die Flugabwehrwaffen auf die Back und mittschiffs umzusetzen. Acht der sperrigen KSShch-Raketen sollten als Munitionsvorrat an Bord mitgeführt werden, so dass man auf der gesamten Länge zwischen dem Brückenaufbau und dem Raketenstarter am Heck einen neuen Aufbau auf das Oberdeck setzte. Der Aufbau erforderte die Demontage der zehn Torpedorohre, die ursprünglich zwischen den Schornsteinen gestanden hatten. Der Bau der "BEDOVYY", als Projekt-56-Zerstörer wurde gestoppt und man baute sie entsprechend den Planungen um. Sie wurde nach ihrer Fertigstellung als Projekt 56-EM geführt, während die Schiffe, die von Anfang als Raketenträger gebaut wurden, die Kennung Projekt 56-M erhielten. Die Schiffe behielten die Antriebsanlage von Projekts 56 KOTLIN-KLASSE. Sie waren mit zwei GTZA-Turbinensätzen ausgerüstet, die sich aus je einer Turbine für mittlere und niedrige Leistungen und einer für hohe Belastung zusammensetzten. Die Turbinen wurden aus vier KW-76-Dampfkesseln mit 450 °C heißem Dampf, der unter einem Druck von bis zu 64 kg/cm² stand, angetrieben. Die Hauptbewaffnung der Schiffe bestand aus einem SM-59-Starter für KSShch-Flugkörper auf dem Achterschiff. Die Flugabwehr des Prototyps "BEDOVYY" stützte sich wie bei Projekts 56 KOTLIN-KLASSE noch auf vier Lafetten des Typs SM-20, die je vier 45-mm-L/78-Maschinenkanonen trugen. Die Waffen wurden jedoch neu angeordnet: zwei hintereinander auf der Back, zwei mittschiffs auf den Aufbauten, je eine an Steuer- und eine an Backbord. Diese Vierlinge wiesen eine theoretische Schussfolge von bis zu 640 Schuss pro Minute auf und konnten Bodenziele in neun und Luftziele in fünf Kilometern Entfernung bekämpfen. Die Flugabwehr der Projekt-56-M-Schiffe basierte dagegen auf vier 57-mm-L/81-Vierlingsgeschützen ZiF-75, die in gleicher Weise angeordnet waren, aber mit sieben Kilometern effektiver Reichweite deutlich leistungsstärker waren. Als Torpedobewaffnung waren zwei Zwillings-Torpedorohrsätze mittschiffs, je einer auf beiden Seiten des Aufbaus, aufgestellt. Die Schiffe wurden zur Abwehr von U-Booten mit zwei RBU-2500-Wasserbombenwerfern am Bug ausgerüstet. Jedes Schiff verfügte über zwei „Fut-B“-Feuerleitradarsensoren, je einen auf dem Aufbau, unmittelbar hinter dem Achtermast, und einen auf dem Dach der Brücke, die das Feuer der 45-mm-SM-20-Kanonen auf Projekt 56-EM beziehungsweise der 57-mm ZiF-75 auf Projekt 56-M lenken konnten. Weiterhin waren auf jedem Schiff ein Radar zur Luft- und Oberflächensuche sowie ein einfaches Navigationsradar installiert. Zur Suche nach Unterwasserkontakten war ein „Pegas 2“-Sonar installiert, das selbst unter optimalen Bedingungen mit einer Reichweite von nur zwei bis maximal drei Kilometern als nicht sehr wirksam bewertet wird. Der Sonarsensor des Systems war an der Rumpfunterseite am Vorschiff unmittelbar vor "Turm A" installiert. Als Projekt 56U  wird die Umstellung der Marschflugkörperbewaffnung vom veralteten KSShch auf den P-15M bezeichnet. Dazu wurde die alte Startvorrichtung am Heck von Projekt 56-M entfernt und vier Startrohre für P-15M-Raketen, je zwei an der Back- und Steuerbordseite, mittschiffs, mit Startrichtung nach Achtern aufgestellt. Als Artilleriebewaffnung wurden zwei AK-276-Geschütztürme mit je zwei 76,2-mm-L/59-Geschützen auf dem Achterschiff montiert. Für die Feuerleitung der neuen Geschütze wurde ein weiterer „Fut“-Radarsensor auf den achteren Mast gesetzt. Die Wasserverdrängung betrug nun 2.940 Tonnen leer und 3.447 Tonnen bei voller Beladung, die Besatzungsstärke erreichte 273 Seeleute. Drei Schiffe wurden zum Projekt 56 U umgebaut.

AUSSER DIENST GESTELLT AM: 25.04.1989.

AUSSER DIENST GESTELLT AM: 10.04.1987.

AUSSER DIENST GESTELLT AM: 19.04.1999.


AUSSER DIENST GESTELLT AM: 24.06.1991.

WRACK
"NEUDERZHIMYY"
WRACK
"NEULOVIMYY"
WRACK
"PROZORLIVYY"
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