PROJEKT 659 - Fernmeldeaufklärung der Bundesmarine, Marinefernmeldesektor 73

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ECHO-KLASSE



Projekt 659, von der NATO als ECHO-KLASSE bezeichnet, war eine U-Boot-Klasse der sowjetischen Marine mit Nuklearantrieb und Marschflugkörpern (SSGN). Projekt 659 ECHO-KLASSE war ein SSGN der ersten Generation und wurde als Folge einer entsprechenden staatlichen Anordnung vom August 1956 entwickelt. Technische Einrichtungen, insbesondere die Antriebsanlage, basierten auf Projekt 627 NOVEMBER-KLASSE. Projekt 659 ECHO-KLASSE und das zeitgleich entwickelte Projekt 658 HOTEL-KLASSE (SSBN) benutzten dann auch beide die WM-A-Druckwasserreaktoren aus Projekt 627 NOVEMBER-KLASSE, die mit heißem Dampf auf Projekt 659 ECHO-KLASSE zwei Turbinen mit je 17.500 PS (12.870 kW) Leistung antrieben. Zum Chefentwickler wurde O. Klimow bestimmt. Als Bewaffnung waren sechs P-5D Pitjorka vorgesehen, die wegen fehlender Ortungs- und Leitsysteme im Träger-U-Boot nur gegen Landziele eingesetzt werden konnten. Die sperrigen Flugkörper sollten in Startkanistern untergebracht werden, für die der Rumpf der U-Boote erhöht wurde, so dass sie passgenau eingelassen waren, um den Strömungswiderstand des Rumpfes bei Unterwasserfahrt nicht zu erhöhen. Zu dem Zeitpunkt war es technisch noch nicht realisierbar, die Waffen vom getauchten U-Boot zu starten, so dass Projekt-659-U-Boote auftauchen und die Kanister mit den Raketen bis auf 15° ausfahren mussten, um die Marschflugkörper abfeuern zu können – was die U-Boote sehr verwundbar machte. Der Prozess des Ausfahrens nahm rund 140 Sekunden in Anspruch. Problematisch für die Konstrukteure war das Fehlen technischer Spezifikationen der Raketensysteme, die erst vollständig zur Verfügung standen, als der Bau von Projekt 659 bereits ein Jahr im Gange war. Dementsprechend mussten zahlreiche Anpassungen nachträglich vorgenommen werden. Umbau Projekt 659T. Die unzureichenden Leistungsdaten des P-5D-Flugkörpers führten schon bald zur Entscheidung, diese Waffen wieder von Projekt 659 zu entfernen. Man beschloss, sie durch P-6-„Pitjorka“-Raketen zu ersetzen. Da beide Systeme nicht kompatibel waren, mussten die Startbehälter von Projekt 659 entfernt und durch neue ersetzt werden. Zusätzlich mussten Schnittstellen und elektronische Ausrüstung angepasst werden. Das Waffenlager für Torpedos im Bug wurde vergrößert, so dass 32 Torpedos mitgeführt werden konnten. Der Umbau wurde auf allen fünf U-Booten zwischen 1968 und 1976 durchgeführt und das neue Projekt als 659T klassifiziert. Ende der 1980er-Jahre waren alle fünf U-Boote außer Dienst gestellt. Projekt 659 war mit einer doppelten Schiffhülle konstruiert. Der innere Druckkörper, in dem Besatzung und Schiffssysteme untergebracht waren, unterteilte sich in zehn Abteilungen, die durch wasserdicht verschließbare Schotten voneinander getrennt waren. Der innere Aufbau war dabei in vielen Teilen identisch dem von Projekt 658 HOTEL-KLASSE. Am Turm von Projekt 659 war ein ausfahrbarer Mast mit einem „Albatros“-X-Band-Radar (NATO: „Snoop Tray“) montiert. Zusätzlich verfügte jedes U-Boot über ein „Chrom-M“-Freund-Feind-Kennungssystem, ein NEL-5-Echolot und ein „Plutonium“-Sonarsystem.

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