CV-16 - "LIAONING" - Fernmeldeaufklärung der Bundesmarine, Marinefernmeldesektor 73

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CV-16 "LIAONING"



Die CV-16 "LIAONING", ist der erste Flugzeugträger der Marine der Volksrepublik China. Das Schiff gehört zur  ADMIRAL KUZNETSOV-KLASSE und wurde unter dem Namen "VARYAG" für die Sowjetische Marine gebaut, blieb aber unvollendet und wurde durch die Ukraine 1998 an China verkauft. Dort wurde er trotz gegenteiliger Darstellung der chinesischen Regierung rundum erneuert, ausgerüstet und lief am 10. August 2011 zu einer ersten Probefahrt aus dem Hafen von Dalian aus. Am 25. September 2012 wurde das Schiff der Marine der Volksrepublik China offiziell übergeben. Der Flugzeugträger wurde im Dezember 1985 in Nikolajew am Schwarzen Meer als "RIGA" auf Kiel gelegt. Im November oder Dezember 1988 lief das Schiff vom Stapel. Ende 1991 entschied das russische Verteidigungsministerium, die Finanzierung des inzwischen "VARYAG" genannten Flugzeugträgers einzustellen. Die nach der Auflösung der Sowjetunion nunmehr in der Ukraine liegende Werft stellte im Januar 1992 die Arbeiten ein, als der Flugzeugträger zu etwa 70 % fertiggestellt war. Strukturell war das Schiff fertig, jedoch noch nicht ausgerüstet. Es fehlten elektronische Systeme und Bewaffnung. Die Gesamtkosten sollten bei umgerechnet 2,4 Milliarden US-Dollar liegen, wovon für die Fertigstellung noch rund 500 Millionen Dollar aufzubringen gewesen wären. Das Eigentum an dem Träger ging nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion an die Ukraine über, die aber keine Mittel für den Weiterbau zur Verfügung stellte. Die Ukraine suchte Mitte der 1990er Jahre vergeblich nach einem Käufer und stellte die "VARYAG" 1998 zur Auktion. Bei 20 Millionen US-Dollar bekam ein Unternehmer aus Macau den Zuschlag. Er gab an, das Schiff in ein schwimmendes Hotel und Casino umwandeln zu wollen, eine militärische Nutzung wurde in dem Vertragswerk verboten. Entgegen den Darstellungen beider Vertragsparteien wurde die Schiffshülle mit der darin befindlichen und konservierten Antriebsanlage an den Käufer übergeben. Im Jahr 2000 wurde die "VARYAG" aus der Werft geschleppt. Die Türkei hegte offiziell gegenüber dem antriebs- und ruderlosen Schiff Sicherheitsbedenken und untersagte deswegen zunächst die Durchfahrt durch den Bosporus. Erst Ende 2001, nach der Bereitstellung von einer Sicherheit in Höhe von einer Million Dollar, durfte der Träger die Straße passieren. Da auch die Betreiber des Sueskanals dem Träger die Passage verweigerten, schleppte das Unternehmen die "VARYAG" um das Kap der guten Hoffnung. 2002 erreichte das Schiff Macao, allerdings konnte der Unternehmer keine Kasinolizenz vorweisen, die Besitztümer der Firma lagen bei rund 125.000 US-Dollar. Weithin wird davon ausgegangen, dass der Kasinobetreiber eine Tarnfirma der chinesischen Volksmarine war. Da der Träger nicht vor Macao ankern durfte, wurde die "VARYAG" in einem Trockendock in Dalian aufgelegt. 2005 wurde die CV-16 "LIAONING" wieder zu Wasser gelassen, komplett in Marine-Grau gestrichen. Die Baugerüste um die Brücke wurden entfernt. Danach lag das Schiff – unterbrochen durch weitere Aufenthalte im Trockendock – an verschiedenen Piers in Dalian. Gerüchte, dass China den Träger überholen, fertigbauen und in Dienst stellen könnte, wurden durch die zahlreichen Arbeiten genährt. Am 19. Januar 2011 wurde berichtet, dass das Schiff tatsächlich kurz vor der Fertigstellung stehe und der erste Flugzeugträger der chinesischen Marine werden solle. Am 10. August 2011 fand die erste Probefahrt statt.Im Dezember 2011 gelangen einem amerikanischen Unternehmen Aufnahmen des Schiffes auf hoher See. Es wird spekuliert, dass der Träger mit 20 Jagdflugzeugen Shenyang J-15 und 20 Hubschraubern bestückt werden soll. Am 25. September 2012 wurde der Flugzeugträger von der chinesischen Marine unter dem neuen Namen CV-16 "LIAONING" offiziell in Dienst gestellt. Seit September 2012 ist Zhang Zheng Kommandant des Flugzeugträgers. Bis zur vollen Einsatzbereitschaft des Flugzeugträgers werden nach Schätzungen von westlichen Experten drei bis vier Jahre vergehen, in denen das Schiff zahlreiche Übungen im Zusammenspiel mit anderen Schiffen und Training von Piloten durchlaufen muss. Zu Übungszwecken wurde in einer Forschungseinrichtung der chinesischen Marine in Wuhan ein Mock-up des Flugzeugträgers auf dem Festland errichtet. (♁30° 25′ 21″ N, 114° 15′ 44″ O) Im November 2012 ist erstmals ein Flugzeug vom Typ Shenyang J-15 auf dem Flugzeugträger gelandet. Dies sei ein „Symbol für die operationelle Kampfeinsatzfähigkeit eines Flugzeugträgers“, wurde daraufhin im staatlichen chinesischen Fernsehen erklärt. Seit dem 28. Februar 2013 ist der Flugzeugträger im neuen Stützpunkt in Dazhu Shan 50 km südwestlich von Qingdao stationiert. Anfang Juli 2013 erhielten die ersten Piloten und eine Deckcrew die Lizenz zu Landungen auf dem Flugzeugträger, nachdem sie auf einer 25-tägigen Übungsfahrt eine nicht genannte Zahl von Starts und Landungen ausgeführt hatten. Am 26. November 2013 lief der Flugzeugträger in Begleitung von zwei Fregatten und zwei Zerstörern zu seiner ersten Übung auf Hoher See und im Südchinesischen Meer aus, nachdem alle vorherigen Übungen im Gelben Meer stattgefunden hatten. Bei dieser Übung kam es zu dem schwersten Zwischenfall zwischen der chinesischen und der US-Marine seit 2009 im Südchinesischen Meer, als ein Landungsschiff der Trägergruppe am 5. Dezember den Kurs des Lenkwaffenkreuzers Cowpens weniger als 500 m vor diesem kreuzte, wodurch die Cowpens zu einem Ausweichmanöver gezwungen wurde. Nach Angaben der chinesischen Marine habe die Cowpens den Trägerverband verfolgt und bedrängt und sei in den inneren, 45 km messenden, Verteidigungsperimeter der Gruppe eingedrungen. Die Cowpens befand sich in einer Position, in der sie die Trägergruppe gut beobachten konnte, und führte Beobachtungsmaßnahmen durch. Beide Schiffe hätten auf professionelle Weise miteinander kommuniziert. Danach verließ die Cowpens die Verteidigungszone. Während der US-amerikanische Verteidigungsminister Chuck Hagel das Manöver „unverantwortlich“ nannte, gab die chinesische Marine an, man habe sich dabei strikt an die geltenden Regeln gehalten. Es gibt einen lange schwelenden Streit um Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer; unter dem Meeresboden vermutet man riesige Erdgas- und Erdölfelder. Peking beansprucht den überwiegenden Teil des Meeres für sich (nur Chinas südlichstes Gebiet, die Inselprovinz Hainan, ragt in dieses Gewässer). Der philippinische Präsident Benigno Aquino III. warb im Februar 2014 um Unterstützung im Territorialstreit mit China: In einem Interview mit der New York Times zog er Parallelen zur Auslieferung des Sudetenlands an Deutschland im Herbst 1938 (Sudetenkrise).

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DETAIL

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