PROJEKT 611 - Fernmeldeaufklärung der Bundesmarine, Marinefernmeldesektor 73

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ZULU-KLASSE



Projekt 611 ZULU-KLASSE war eine Klasse von dieselelektrisch betriebenen U-Booten der sowjetischen Marine, von der 26 Einheiten gebaut wurden.Die Entwicklung und der Bau einer Klasse von U-Booten mit großer Reichweite war bereits ab 1944 vorgesehen, wurde von der sowjetischen Führung aber erst kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Form von Projekt 611 ZULU-KLASSE beschlossen. Die Rumpfform des neuen Projekts ähnelte äußerlich der deutschen U-Boot-Klasse XXI, das Konzept selbst unterschied sich aber in vielen Bereichen von dem deutschen Entwurf. Die Pläne wurden vom Leningrader Entwicklungsbüro Nummer 16 ausgearbeitet. Die U-Boote wurden für etwa 60 Tage Einsatzzeit konstruiert und hatten die Hauptaufgabe, im Kriegsfall Angriffe auf Schifffahrtsrouten durchzuführen. Mögliche Szenarien für Angriffe auf amerikanische Küstenstädte mit atomaren Torpedos werden vermutet, sind aber nicht bestätigt. Das erste von insgesamt 26 U-Booten der ZULU-KLASSE lief 1951 vom Stapel. Die U-Boote entstammten in ihrer technischen Ausrichtung und ihrem Auftrag noch klar dem Denken des Zweiten Weltkrieges, wurden aber später auch zum Träger neuer Systeme wie ballistischer Raketen umgebaut und waren so die ersten Zweitschlagswaffen der Sowjetunion, die im Falle eines Atomkrieges auch dem Staatsgebiet der Vereinigten Staaten durch ihre Nuklearwaffen schweren Schaden zufügen konnten. Die U-Boote wurden mit drei Typ-37D-Schiffsdieselmotoren ausgerüstet, die je 2.000 PS (1.471 kW) leisteten. Diese Motoren lieferten Antriebsenergie, indem sie Treiböl und Sauerstoff aus der Umgebungsluft verbrannten. Dieses System funktionierte nur bei Überwasser- oder Schnorchelfahrt. An der Oberfläche konnten so 18 kn erreicht werden. Zur Tauchfahrt in größeren Tiefen waren Elektromotoren notwendig, die ihre Energie aus Bleiakkumulatoren bezogen. Zwei PG-101-Motoren mit je 1.350 PS (993 kW) trieben bei Tauchfahrt die beiden äußeren Wellen an, die mittlere wurde von einem PG-102-Elektromotor mit 2.700 PS (1.985 kW) angetrieben. Die mittlere Welle konnte alternativ von einen PG-104-Elektromotor mit 140 PS (103 kW) angetrieben werden, der sehr viel weniger Strom verbrauchte als die PG-102-Motoren und deutlich leiser lief. Bei 9,2 Knoten Marschgeschwindigkeit konnten die U-Boote des Projekts 611 ZULU-KLASSE 22.000 Seemeilen mit ihren Dieselmotoren zurücklegen, bevor der mitgeführte Treibstoff verbraucht war. Getaucht reichte die Batteriekapazität bei 15,1 Knoten für 15 Seemeilen. Nach Entfernung der Artilleriebewaffnung verminderte sich der Strömungswiderstand und die Reichweite stieg auf 16 Seemeilen. Projekt 611 ZULU-KLASSE war für konventionelle Torpedoangriffe auf Schiffsziele konstruiert, wie sie im Krieg stattgefunden hatten, und erhielt dementsprechend auch eine Sensorausrüstung, die sich an Erkenntnissen aus dem Krieg orientierte. Das Periskop des Kommandanten vom Typ C-2 stammte aus deutscher Produktion und wurde bei einigen U-Booten durch ein Luftzielperiskop ergänzt. Im Unterwassereinsatz standen die Sonar- und Echolotsysteme Tamir 5LS und NEL-4 zur Verfügung. Weiterhin erhielt jedes U-Boot Antennen für aktive und passive Radarsysteme, ein Freund-Feind-Erkennungsystem und Antennen für Lang- und Kurzwellenfunksysteme. Die U-Boote wurden zunächst mit einem SM-24-SIF-Deckgeschütz ausgerüstet. Die doppelläufige Waffe war vor dem Turm installiert und verschoss 57-mm-Splitter-Spreng-Granaten, die primär zur Flugabwehr geeignet waren. Die Munitionszufuhr erfolgte über drei Patronen fassende Ladestreifen, die Kadenz betrug 100–150 Schuss pro Minute. Die Waffe war ab 1947 entwickelt worden, basierte im Wesentlichen auf der S-60-Flugabwehrkanone des Heeres aus dem Zweiten Weltkrieg und konnte Luftziele in bis zu 6.000 Metern Entfernung bekämpfen. Dieser Waffentyp wies zahlreiche Schwächen auf und wurde bis 1956 wieder von den U-Booten entfernt. Die Unterwassergeschwindigkeit der U-Boote erhöhte sich in Folge des nun geringeren Strömungswiderstandes bei Unterwasserfahrt um einen Knoten. Die Flugabwehr sollte weiter verstärkt werden, indem eine von der 2M-3 abgeleitete 25-mm-Zwillings-Maschinenkanone 2M-8 auf dem Turm der U-Boote installiert wurde. Die Waffe war an der hinteren Turmkante mit Schussfeld nach achtern unter einem Splitterschutz verbaut und konnte wegen der Installationen von Antennen und Sehrohren in der Turmmitte nicht zum Bug hin ausgerichtet werden. Diese Waffen wurden im Verlauf der Dienstzeit der U-Boote wieder entfernt, um Platz für ein verbessertes Schnorchelsystem im hinteren Teil des Turmes zu machen. Die U-Boote des Projekts 611 ZULU-KLASSE hatten sechs Bug- und vier Hecktorpedorohre mit 533 mm Durchmesser. Es konnten bis zu zwölf Reservetorpedos in den beiden Torpedoräumen mitgeführt werden, so dass mit den zehn Torpedos in den Rohren eine Gesamtkapazität von 22 Waffen erreicht wurde. Alternativ konnten 32 Seeminen vom Typ AMD-1000 mitgeführt werden. Projekt 611 ZULU-KLASSE wurde im Laufe seiner Dienstzeit als Träger für mehrere neuartige Systeme verwendet, wobei die Ausrüstung von sechs U-Booten mit ballistischen Raketen die nennenswerteste Maßnahme war. Ein U-Boot des Projekts 611 ZULU-KLASSE, "B-67", wurde 1954 zum Testträger für den Start einer einzelnen R-11FM-Rakete (schiffsgestützte Variante der Scud) umgebaut und feuerte am 16. September 1955 als erstes U-Boot eine ballistische Rakete ab. Das U-Boot erhielt die Bezeichnung Projekt W-611. Die Wasserverdrängung änderte sich auf 1.875 Tonnen an der Oberfläche und 2.387 Tonnen bei Tauchfahrt, die Geschwindigkeit fiel auf 16,5 kn bei Über- und 13 kn bei Unterwasserfahrt.

AW-611

Sechs U-Boote "B-62", "B-67", "B-73", "B-78", "B-79" und "B-89" wurden zwischen 1956 und 1967 in Sewerodwinsk umgebaut, um R-11FM-Raketen tragen zu können. Dazu verlängerte man den Turm der U-Boote nach achtern und verbaute zwei senkrecht stehende Rohre mit je einer Rakete in dem so verlängerten Turm. Die U-Boote erhielten die Bezeichnung Projekt AW-611. Die Wasserverdrängung änderte sich auf 1.890 Tonnen an der Oberfläche und 2.415 Tonnen bei Tauchfahrt, die Geschwindigkeit fiel auf 16,5 kn bei Über- und 12,5 kn bei Unterwasserfahrt. Die Reichweite der Rakete war mit rund 150 km recht niedrig, der Startvorgang war kompliziert und konnte nur an der Wasseroberfläche durchgeführt werden. Die Raketen mussten in betanktem Zustand in den Lagerrohren verstaut werden, was dazu führte, dass sie alle drei Monate ausgetauscht werden mussten, um zu verhindern, dass sich die Salpetersäure des Raketentreibstoffs durch die Tanks fraß. Vor dem Start mussten die U-Boote auftauchen und die Luke über dem Raketenschacht öffnen. Die R-11FM wurde nun mit einer Hebevorrichtung aus dem Lagerrohr nach oben bis zu einem Punkt gefahren, an dem die Abgase des Raketenmotors nach dessen Start zur Seite entweichen konnten. Bis zum Start der ersten Rakete vergingen so fünf Minuten, die sich das U-Boot an der Oberfläche aufhalten musste. Da die zweite Rakete von den heißen Abgasen der ersten bei deren Start beschädigt worden wäre, konnte sie erst nach deren Start in Startposition gehoben werden, so dass weitere fünf Minuten für den Einsatz der zweiten Rakete an der Oberfläche verbracht werden mussten. Einmal gestartet, war die Trefferwahrscheinlichkeit der Rakete extrem gering. Als Streuung werden bei der seegestützten R-11FM rund 7 km um den Zielpunkt angenommen, so dass die Waffe mit einem konventionellen Sprengkopf nur geringen taktischen Nutzen hatte und nur mit ihrem 50-kt-Atomsprengkopf gegen das anvisierte Ziel sicher wirken konnte.

PW-611
Projekt PW-611 war ein Testträger für den Unterwasserraketenstart.

Weitere Umbauten fanden auf Einzel-U-booten statt, um Radar- und Sonarausrüstung zu erproben. Die NATO bezeichnete die U-Boote als ZULU-KLASSE oder kurz Z-CLASS und unterschied die verschiedenen Bauformen nach der Reihenfolge ihrer eigenen Beobachtungen. Die benannten Varianten sind:
Zulu I – Projekt 611, mit 2M-8-Flugabwehrkanone
Zulu II – Projekt 611, mit SM-24-SIF-Deckgeschütz und 2M-8-Flugabwehrkanone
Zulu III – Projekt 611, ohne Maschinenwaffen, aber mit Schnorchelanbau am Turmheck
Zulu IV – Projekt W-611, ein Prototyp mit einem Startrohr für eine R-11-Rakete
Zulu V – Projekt AW-611, mit zwei Startrohren für R-11-Raketen
Zulu VI – Projekt PW-611, Boot B-67 wurde 1959 als Testträger für Unterwasserstarts von Raketen umgebaut.

ZULU-II KLASSE
ZULU-III KLASSE
ZULU-III KLASSE
AUSSER DIENST GESTELLT AM: 22.06.1980.


ZULU-IV KLASSE
ZULU-V KLASSE
AUSSER DEINST GESTELLT AM: 29.01.1996.


"B-66"
AUSSER DIENST GESTELLT IM JAHR: 1983.

"B-71"
AUSSER DIENST GESTELLT AM: 26.03.1998.

"B-73"
AUSSER DIENST GESTELLT AM: 07.08.1974.

"UTS-352"
AUSSER DIENST GESTELLT AM: 17.05.1985.

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