TK-208 - "DIMITRIY DONSKOY" - Fernmeldeaufklärung der Bundesmarine, Marinefernmeldesektor 73

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TK-208 "DIMITRIY DONSKOY"

"TK-208" wurde am 30. Juni 1976 auf Werft 402 in Sewerodwinsk auf Kiel gelegt und lief am 27. September 1980 vom Stapel. Nach umfangreichen Erprobungen wurde es am 29. Dezember 1981 in Dienst gestellt und im folgenden Jahr der Nordflotte zugeteilt. Das U-Boot führte vom Dezember 1983 bis zum April 1984 eine 121-tägige ununterbrochene Tauchfahrt durch. Das U-Boot selbst wurde – gemäß den Gepflogenheiten in der sowjetischen und russischen Marine – für die Leistung ausgezeichnet, der Kommandant zum Held der Sowjetunion ernannt. "TK-208" wurde 1989 in die Werft berufen, um auf den neuen Raketentyp RSM-52 umgerüstet zu werden. Als Folge von Finanzierungslücken wurde der Umbau unterbrochen und das U-Boot erst 1996 zur Fortsetzung der Arbeiten bei Sewmasch eingedockt. Am 7. Oktober 2000 erhielt sie auf Anregung der Verwaltung von Tula den Ehrennamen "DIMITRIY DONSKOY". Am 26. Juni 2002 war der Umbau abgeschlossen und TK-208 "DIMITRIY DONSKOY" gehörte damit zum Projekt 941-UM. Es führte bis 2010 zahlreiche Teststarts der neuen Rakete durch und befindet sich noch immer im Dienst der Nordflotte. Am 20. September 1989 wurde TK-208 in der Bauhalle der Werft Sewmasch aufgelegt, um die Umrüstung auf den neuen R-39UTTKh Grom (RSM-52W Bark/3M91) (NATO-Codename: SS-NX-28) zu erfahren. TK-208 konnte auf Grund ihrer Größe nur in dieser Bauhalle umgerüstet werden, da die Werft Swjosdotschka zu klein war. 1991 bekam das Projekt die Bezeichnung 941UM. Den Zusammenbruch der UdSSR verschlief das Schiff also. Gleichzeitig begann man mit der Entwicklung eines strategischen U-Kreuzer der Vierten Generation, welcher mit neuen Raketen bewaffnet werden sollte. Der Entwicklungsweg der Rakete für die Atom-U-Boote des Projektes 955 BOREI-KLASSE verzögerte sich. Für das Projekt 955 BOREI-KLASSE, dessen erstes Schiff 1996 unter dem Namen "YURI DOLGORUKIY" auf Kiel gelegt wurde und am 15. April 2007 vom Stapel lief, war zunächst die Rakete D-19M Bark bestimmt, an der im Staatliches Raketenzentrum Makejew in Miass gearbeitet wurde. Die dortigen Konstrukteure konnten aber die vorgeschriebenen Abmessungen für die Rakete nicht einhalten (deshalb musste auch das Atom-U-Boot selbst umgebaut werden). Bei den Tests dieser Rakete wurden auch andere Mängel festgestellt. Als die Rakete schließlich 1998 zu 80 Prozent fertig war, musste das Projekt geschlossen werden. Aus Geldmangel war auch die Umrüstung der TK-208 auf den neuen Komplex schon 1996 eingestellt worden und das Schiff lag ungenutzt in der Bauhalle. Nach dem Fehlschlag mit der Rakete RSM-52W Bark ging der Auftrag an das Moskauer Institut für Wärmetechnik (MITT), das den bodengestützten Raketenkomplex RS-12M2 Topol-M entwickelt hatte. Die seegestützte Rakete des Instituts bekam die Bezeichnung RSM-56 Bulawa (SS-N-30). Die Arbeiten an der halb umgerüsteten TK-208 begannen von vorn. Zuerst mussten die für die ursprünglich geplante Rakete RSM-52W Bark bestimmten Systeme wieder ausgebaut und die für die RSM-56 Bulawa bestimmten Vorrichtungen eingebaut werden. Im Laufe des Jahres 2002 bekam TK-208 den Namen "DIMITRIY DONSKOY" und wurde am 26. Juni 2002 wieder aus der Bauhalle gezogen. Das geschah wohl so plötzlich, dass in den Medien vom Stapellauf des größten U-Bootes der Welt berichtet wurde und die "DIMITRIY DONSKOY" somit irrtümlich für kurze Zeit als neues Baumuster angesehen wurde. Da die Umrüstung der TK-208 "DIMITRIY DONSKOY" noch zu Zeiten der ehemaligen UdSSR begonnen worden war, kamen damals solche Meldungen auf Grund der Geheimhaltung nie in die Presse. TK-208 "DIMITRIY DONSKOY" war also praktisch vergessen worden und bis zum Zeitpunkt der Meldung hatte sich niemand dafür interessiert. Der erste Teststart einer SLBM des Typs Bulawa fand am 27. September 2005 statt. Seitdem absolvierte das Atom-U-Boot bis heute mehrere Testreihen. Technische Daten: Länge: 172 m, Breite: 23,3 Meter, Tiefgang: 11,3–12,5 Meter, Höhe (Kiel-Turmkante): ca. 28 Meter, Wasserverdrängung: 21.600 Tonnen (aufgetaucht) / 26.500 Tonnen (getaucht), Antrieb, 2 × OK-650B-Druckwasserreaktoren, 190 MW (thermisch), 2 × Dampfturbinen GT3A mit je 49.000 PS, 4 × E-Generatoren mit je 3200 kW, 2 × Dieselgeneratoren vom Typ DG-750, 2 × Antriebsdiesel mit je 260 PS für Schleichfahrt, Höchstgeschwindigkeit: 14 Knoten (aufgetaucht)/27 Knoten (getaucht), Bewaffnung, 20 × Interkontinentalraketen RSM-52 (NATO: SS-N-20) im Raketenkomplex D-19 oder Bulawa-M/30/47, 6 × Torpedorohre Kaliber 533 mm (Typ 53-65K, SET-65, SAET-60M, UGST), 8–10 × Luftabwehrflugkörper (schultergestützt) Typ Igla,Flugkörper:, SS-N-15 (abgefeuert aus Torpedorohren Kaliber 533 mm), Schiffssysteme:, Sonar: Skat, Radar:, Albatros, EloKa: Nakat-M, Funkanlage: Molnija, Satelliten-Navigationssystem: Simfonia, Satelliten-Navigationsanlage (Tobo Responder): Kremnij-2, Satelliten-Kommunikationsanlage: Tsunam, Tauchtiefe: ca. 450 m maximal, Besatzung: 150–180 (davon 50 Offiziere und 80 Unteroffiziere),Seeausdauer, 120 Tage (Frieden), 260 Tage (Verteidigungsfall).

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