BALTISCHE FLOTTE - Fernmeldeaufklärung der Bundesmarine, Marinefernmeldesektor 73

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BALTISCHE FLOTTE



BALTISCHE FLOTTE

Die Baltische Flotte bzw. Baltische Rotbannerflotte ist eine von vier Hochsee-Flotten der russischen Marine. Sie ist in der Ostsee stationiert. Ihr Hauptstützpunkt ist Baltijsk bei Kaliningrad, das Hauptquartier befindet sich in Kaliningrad. Die Flotte wurde Teil der Sowjetischen Marine und erhielt 1935 aufgrund der Verleihung des Rotbannerordens die Bezeichnung Baltische Rotbannerflotte. Im Winterkrieg gegen Finnland 1939/40 hatte sie wegen Nachschubproblemen, technischen Unzulänglichkeiten, schlechtem Ausbildungsniveau und mangelnder Aufklärung keinen Einfluss auf den Verlauf der Kämpfe. So warfen Flugzeuge der Flotte rund 64,5 Tonnen Bomben auf Inseln im Finnischen Meerbusen ab, die jedoch größtenteils evakuiert worden waren. Die einzige Küstenbatterie der Finnen auf den Inseln wurde durch diese Angriffe nicht ausgeschaltet. Ende Dezember kamen die Flottenoperationen durch Packeis weitgehend zum Stillstand. Im Frieden von Moskau (März 1940) wurde die Hanko-Halbinsel, die im Südwesten Finnlands günstig am Eingang des Finnischen Meerbusen liegt, für 30 Jahre als Flottenbasis an die Sowjetunion verpachtet. Im Sommer 1940 besetzte die Sowjetunion die baltischen Staaten und gewann dadurch die schon ab 1939 durch Kooperationsverträge genutzten Häfen Tallinn in Estland und Liepāja (deutsch Libau) in Lettland. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Baltische Rotbannerflotte Teil der Streitkräfte des Warschauer Pakts. Sie bezog ein neues Hauptquartier in Baltijsk bei Kaliningrad. Mit der Polnischen Seekriegsflotte und der Volksmarine der DDR bildete die Baltische Flotte die Verbündeten Ostseeflotten, die im Kriegsfall als Vereinigte Ostseeflotte aktiv werden sollten. Die Führung der Verbündeten Ostseeflotten lag bei der Baltischen Flotte. Ihre Aufgabe war außer dem Schutz eigener Küsten hauptsächlich offensiv. Insbesondere war sie dafür ausgestattet, amphibische Operationen gegen die Küsten Westdeutschlands, Dänemarks oder anderer Ostseeanliegerstaaten auszuführen. Dafür stand ihr eine große Zahl von Landungsschiffen und anderen Kriegsschiffen zur Verfügung. Da die Staaten der NATO mit ihren Marinen die Ostseeausgänge beherrschten (siehe auch Bundesmarine), war die Baltische Flotte während des Kalten Krieges weitgehend von einem auch im Kriegsfall freien Zugang zum Atlantik abgeschnitten. Die Sowjetunion sah sich deshalb spätestens nach der deutschen Wiederbewaffnung 1956 gezwungen, die Basen für einen Teil ihrer Schiffe – insbesondere der strategischen U-Boote – in das Nordmeer zu verlegen. In dem Maße, wie die Bedeutung der Nordflotte wuchs, sank die der Baltischen Flotte. Allerdings blieben die Häfen in der Ostsee mit ihren leistungsfähigen Werften auch für die Nordflotte wichtig, deren Schiffe hier ihre Grundinstandsetzungen erhielten. Als Folge der Auflösung der Sowjetunion wurden die Basen der Baltischen Flotte in Estland, Lettland und Litauen geräumt, so dass nur die Oblast Kaliningrad als weitgehend eisfreier Zugang zur Ostsee übrig blieb. Diese zwischen Polen und Litauen gelegene Exklave ist seither allerdings von Russland abgeschnitten – in ihr ist die leistungsfähige Jantar-Werft beheimatet. Die größten und wichtigsten Marinewerften befinden sich auch weiterhin im Raum Sankt Petersburg. Dazu befinden sich zwei große Stützpunkte der Baltischen Flotte in Kronstadt, einer auf der Insel Kotlin im Finnischen Meerbusen gelegenen Satellitenstadt etwa 29 km nordwestlich von Sankt Petersburg und dort selbst. Als Russland 1992–1994 alle seine Truppen aus Polen und den Baltischen Staaten zurückzog, wurden einige Luft-, Marine- und Bodeneinheiten in Kaliningrad stationiert, angeblich wegen Versorgungsengpässen in Russland. Das russische Beharren, Kaliningrad als schwer bewaffnete Garnison zu erhalten, rief internationale Kritik, besonders von Polen, hervor. 1996 bestanden die Operationskräfte aus neun U-Booten, drei Kreuzern, zwei Zerstörern, 18 Fregatten und 56 kleineren Schiffen. Mitte 2000 bestand die Baltische Flotte aus über 100 Kampfschiffen verschiedener Typen; ihre Marinefliegergruppe war mit 112 Kampfflugzeugen ausgestattet. Im Sommer 2016 wurde der bisherige Oberkommandierende der baltischen Flotte, Wiktor Krawtschuk samt Stabschef und 36 weiteren Offizieren, überraschend abgelöst. Als Gründe wurden "ernsthafter Versäumnisse in der Organisation der Gefechtsbereitschaft", "fehlende Sorge um Untergebene" und "Verzerrungen der tatsächlichen Lage" genannt. Nebenher hatte man unter anderem illegal Bernstein auf dem der Marine gehörigem Gelände abgebaut. Neuer Oberkommandierender wurde Alexander Nossatow und Vizeadmiral Muchametschin ist zu seinem Stabschef ernannt worden. Hauptstützpunkt der Baltischen Flotte ist Baltijsk. Zur Baltischen Flotte gehören (Stand: 2019) unter anderem folgende Schiffseinheiten:


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