"K-477" - Fernmeldeaufklärung der Bundesmarine, Marinefernmeldesektor 73

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"K-477"

Das U-Boot wurde am 5. Dezember 1974 in Komsomolsk am Amur unter der Baunummer 223 auf Kiel gelegt und lief am 13. Juli 1975 vom Stapel. Kurz nach seiner Indienststellung bei der Pazifikflotte führte "K-477" einen Raketenstart mit einem Übungssprengkopf aus Silo Nummer 12 durch und sollte nun eine Rakete mit nuklearem Sprengkopf als Ersatz erhalten. Kurz nach dem Abschluss dieses Beladevorgangs im September 1977 kam es durch menschliches Versagen zu einem Schaden an der Antriebssektion der Atomrakete, bei dem Raketentreibstoff auslief und sich entzündete. Das Feuer konnte mit Bordmitteln nur schwer erreicht und nicht gelöscht werden und da man befürchtete, ein unkontrollierter Triebwerksstart könnte eintreten und die Rakete so möglicherweise abheben, ließ der Kommandant "K-477" mit voller Fahrt auslaufen, um das Feuer durch einen Tauchgang zu ersticken. Das amerikanische Verteidigungsministerium wurde sicherheitshalber informiert, aber die Rakete hob nicht etwa ab, stattdessen explodierte Stunden später, am 8. September, ihre Antriebssektion im Silo und der Kernsprengkopf wurde über Bord geschleudert. Der Sprengkopf wurde später aus etwa 50 Metern Tiefe geborgen und "K-477" repariert. Das U-Boot war im nächsten Jahr wieder einsatzbereit, kollidierte aber während einer Übung mit "K-171" und wurde erneut beschädigt. Nach einer erneuten Reparatur wurde "K-477" wieder in Dienst gestellt. Am 28. März 1995 stellte man das U-Boot schließlich außer Dienst und sah es zur Verschrottung vor.

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