"K-122" - Fernmeldeaufklärung der Bundesmarine, Marinefernmeldesektor 73

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"K-122"

Das U-Boot wurde am 16. November 1960 in Komsomolsk am Amur auf Kiel gelegt und lief am 17. September 1961 vom Stapel. 1963 kam es zu zwei schweren technischen Defekten. Im August 1963 kam es zur Ansammlung von Kühlwasser im Reaktorabteil, das bis auf Hüfthöhe anstieg, bevor die Mannschaft den Defekt mit Bordmitteln beheben konnte. Im September 1963 verlor die Mannschaft während einer Unterwasserfahrt mit 14 Knoten plötzlich die Kontrolle über die Ruderanlage. Das U-Boot begann schnell über den Bug tiefer zu sinken und konnte nur mit Mühe abgefangen werden. Ursache war ein Defekt am Rudergestänge, der beim Bau des U-Bootes übersehen worden war. 1968 wurde "K-122" zum Projekt 659T modernisiert. Während der Übung „Ozean“ der sowjetischen Marine im Jahr 1970 kam es an Bord zu Unstimmigkeiten über die genaue Position von "K-122" und ein vom Kommandanten befohlener Tauchgang auf 200 Meter Tiefe endete bei 196 Metern, als "K-122" mit dem Bugsonar ein Korallenriff rammte. Die Schäden brachten das U-Boot nicht in Gefahr, aber wenige Tage später kam es zum Ausbruch von kleineren Bränden in drei Abteilungen und mehrere Seeleute erlitten Kohlenmonoxidvergiftungen. Der Kommandant wurde nach der Übung abgelöst. Am 20. August 1980 brach während einer Tauchfahrt ein Feuer in Abteilung VII aus. Das automatische Feuerlöschsystem wurde ausgelöst, aber neun Männer, für die keine Schutzmasken vorhanden waren, wurden durch das Freon-Löschmittel vergiftet. Mit Ausnahme des Bugtorpedoraums war der gesamte Druckkörper mit Rauch und giftigen Gasen gefüllt, so dass sich die Mannschaft nach dem Auftauchen an Deck begeben musste. Das Feuer hatte jedoch den Druck im U-Boot verändert, so dass sich die oberen Zugangsluken zu den Abteilungen im Heck nicht öffnen ließen. Die Seeleute, die in den hinteren Abteilungen gefangen waren, konnten erst befreit werden, nachdem ein Maat, der sich bei der Aktion eine tödliche Rauchvergiftung zuzog, eines der Torpedorohre öffnete und so den Druckausgleich herstellte. Die Mannschaft verschaffte sich von außen Zugang zum Reaktor und sicherte ihn durch das Absenken der Steuerstäbe. Da durch die giftige Atmosphäre im U-Boot alle Kommunikations- und Führungssysteme unerreichbar waren und auch keine Hilfe per Funk gerufen werden konnte, trieb das U-Boot an der Oberfläche und ein britisches Schiff leitete letztlich die Informationen über die Notlage von "K-122" über seine Botschaft an die sowjetische Marine weiter, die dann Rettungsschiffe entsandte. Das U-Boot wurde eingeschleppt. Insgesamt 14 Seeleute waren – hauptsächlich infolge fehlender Schutzausrüstung – umgekommen. Das U-Boot wurde nicht mehr repariert und 1995 abgewrackt.

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