"K-108" - Fernmeldeaufklärung der Bundesmarine, Marinefernmeldesektor 73

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"K-108"

"K-108" wurde am 24. Juli 1965 in Komsomolsk am Amur auf Kiel gelegt und lief am 26. August 1966 vom Stapel. Am Morgen des 24. Juni 1970, nach einer Patrouille mit mehreren Übungsabschnitten unter Gefechtsbedingungen, ging "K-108" auf Sehrohrtiefe und ein kurzer 360°-Schwenk mit dem Periskop wurde vorgenommen, aber an der Wasseroberfläche waren keine Kontakte auszumachen. Das Sonar meldete ebenfalls keine Kontakte und der Kapitän ließ auf 40 Meter tauchen und eine 90°-Wende des U-Bootes einleiten. Der Sonaroperator empfing nun die Geräuschemissionen eines kleinen Objekts, das man als einen mit 12 Knoten laufenden Täuschkörper in Torpedogröße interpretierte und das nach vier Minuten Laufzeit den Sonarerfassungsbereich achtern verließ. Wenige Sekunden später rammte "K-108" ein unbekanntes Objekt und begann, Bug voran, unkontrolliert zu sinken. Das U-Boot hatte etwa 2.000 Meter Wasser unter dem Kiel und erreichte eine 30°-Neigung. Die Reaktoren wurden abgeschaltet und das Sonar meldete Lärm, der vom Ausblasen der Tauchzellen eines anderen U-Bootes stammte. Der Kommandant ordnete die gleiche Maßnahme an und "K-108" schoss an die Oberfläche. Da "K-108" allein an der Oberfläche trieb, war die Besatzung zunächst überzeugt, das andere U-Boot sei gesunken; nach wenigen Minuten wurde jedoch Turbinenlärm empfangen, der sich nach Süden in Richtung Japan bewegte. "K-108" hatte seinen Steuerbordpropeller verloren und die Welle war beschädigt. Das amerikanische U-Boot "USS Tautog" hatte Schäden am Turm davongetragen und meldete seinerseits, das sowjetische U-Boot sei gesunken. Der Sachverhalt wurde erst 1991 nach dem Ende des Kalten Krieges aufgeklärt. 1989 wurde das U-Boot in die Reserve versetzt und 1992 in eine Dauerlagereinrichtung der Marine geschleppt.

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